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Erweitert im Juni 2009
Wandern, Wellness und Erdgeschichte life
Vielfalt, Schönheit und Erholungswert von Natur und Landschaft sind die Vorzüge des Naturparks Nördlicher Teutoburger Wald, Wiehengebirge, Osnabrücker Land - TERRA.vita. Doch damit nicht genug: Hier kann man unterschiedliche Epochen aus 300 Millionen Jahren Erdgeschichte life erleben - Saurierspuren, Fossilienfunde, Megalithgräber und vieles mehr; kein Wunder, denn TERRA.vita bedeutet - frei übersetzt - "Lebenslauf der Erde"!
Der Naturpark besteht aus zwei "Bändern", die in der Mitte durch das landschaftlich reizvolle Osnabrücker Hügelland miteinander verbunden sind. Das nördliche, rund 155 Kilometer lange Band beginnt im Artland bei Stift Börstel und erstreckt sich über die "Ankumer Höhen" und das "Wiehengebirge" bis in das "Wesergebirge". Ein weiteres, circa 65 Kilometer langes Band umfasst den nordwestlichen Teil des "Teutoburger Waldes" vom Wasserdreieck Mittellandkanal/Dortmund-Ems-Kanal bei Hörstel bis an das Stadtzentrum von Bielefeld. Etwa 80 Prozent der Naturparkfläche stehen unter Landschaftsschutz. Im gesamten Naturparkbereich sind darüber hinaus Naturschutzgebiete, Naturdenkmale und für den Naturschutz besonders wertvolle Landschaften von europaweiter Bedeutung ausgewiesen. Solche unter der Bezeichnung "natura 2000" ausgezeichneten Gebiete finden sich im Naturpark insbesondere um Porta Westfalica und Bad Oeynhausen; die dortigen Buchenwälder sind nicht nur im Hinblick auf den Naturschutz besonders wertvoll, sondern sind bei Erholungsuchenden wegen der schönen Aussicht auf das Ravensberger Hügelland, in die norddeutsche Tiefebene und in das Wesertal äußerst beliebt. Eine Wanderung auf dem Höhenweg zwischen der Lutternschen Egge und dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal (22) vermittelt nicht nur Naturschönheiten, sondern auch kulturhistorische Raritäten wie die kürzlich sanierte Kreuzkirche sowie die Margarethen kapelle und die Wittekindsburg.
Den Sauriern auf der Spur: Landschaft und Geschichte
Zu den bekanntesten Naturdenkmalen zählen die "Saurierfährten" (9) bei Bad Essen-Barkhausen. Hier haben vor 150 Millionen Jahren Riesenechsen ihre Spuren hinterlassen. Als besondere Attraktion beeindrucken originalgroße Nachbildungen der beiden Saurier, die dort ihre Trittsiegel verewigten, Jung und Alt. Das Naturdenkmal "Bifurkation" (10) bei Melle-Gesmold ist ebenfalls ein besonderer Besuchermagnet: Als weltweit seltenes Phänomen teilt sich hier die Hase in zwei Gewässerläufe. Neben seiner schönen Landschaft ist der Naturpark reich an Stätten, an denen sich seine kulturhistorische Vergangenheit ablesen lässt: Die "Schlacht im Teutoburger Wald" im Jahr 9 n. Chr., in der die Cherusker unter ihrem berühmten Feldherrn Arminius die Römer besiegten, zählt beispielsweise zu den bedeutendsten Ereignissen der frühen deutschen Geschichte. Man vermutet den Ort der Schlacht im Gebiet des Naturparks, denn in der Kalkrieser Senke (6) bei Bramsche wurden bei archäologischen Ausgrabungen Münzen und Überreste von Waffen und Rüstungen gefunden. Das Ausgrabungsgelände steht Interessierten heute als archäologischer Park und Museum, in dem die Funde ausgestellt sind, zur Verfügung.
Kultur: Mühlen und Burgen, Kirchen und Klöster
Im Naturpark befinden sich eine Reihe von Wallburgen aus der Frankenzeit, etliche frühmittelalterliche Burgen, zahlreiche repräsentative Familiensitze adliger Geschlechter, sehr alte Kirchen und Klöster sowie zahlreiche Wind- und Wassermühlen. Zu den Sehenswürdigkeiten im Naturpark zählen auch die für die Landschaft typischen historischen Ortskerne mit liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert, sowie zahlreiche Heimat- und Regionalmuseen. Über das Thema des Naturparks, die Erdgeschichte, informieren unter anderem das Museum für Industriekultur und das Museum am Schölerberg (beide in Osnabrück) sowie das Besucherbergwerk (13) in Kleinenbremen. Die im Infokasten genannten Ansprechpartner halten umfangreiches Informationsmaterial bereit und nennen weitere Attraktionen.
Wandern und Natur erleben: "Outdoor-Fitness" auf Schusters Rappen
Zur Zeit der Kirschblüte lohnt sich ein Besuch der Gemeinde Hagen am Teutoburger Wald. Ende April/Anfang Mai wiederum ist ein Spaziergang über den "Großen Freeden" östlich von Bad Iburg ein Muss: Dann bildet hier der Hohle Lerchensporn einen purpurnen Blütenteppich. Ähnlich reizvoll ist der Kleine Berg zwischen Bad Laer und Bad Rothenfelde.
Wandern hat in Deutschland unter den Freizeit- und Urlaubsaktivitäten einen absoluten Spitzenplatz und liegt voll im Trend. Für diese beliebte Freizeitaktivität ist der Naturpark das größte Outdoor-Fitness-Studio weit und breit. Wandernde finden hier ein Netz von rund 2.300 Kilometern Fern- und Rundwanderwegen vor. Die bewaldeteten Höhen des nördlichen Teutoburger Waldes und des Wiehengebirges bieten mit maximal 331 Metern Höhe zwar keine echte Herausforderung für Gipfelstürmer, dafür aber Garant für individuelle Erlebnisse mit viel Erholungswert ganz ohne Leistungsdruck. Über die Gebirgskämme des Wiehen-/Wesergebirges und des Teutoburger Waldes führen über 500 Kilometer Fernwanderwege, die sich durch benachbarte Naturparke fortsetzen. Besonders beliebte Fernwanderwege sind der "Wittekindsweg" im Wiehengebirge und der "Hermannsweg" im Teutoburger Wald. Wer kürzere Strecken sucht, findet im Naturpark rund 1.800 Kilometer Rundwanderwege.
Über 140 Rasthütten bieten den Wanderern im Naturpark Schutz vor Regen und Wind. Die 24 "Fern-Seh-Stationen" laden zu einem Blick in die Weite des Naturparks ein. Auf fast allen der rund 200 Wanderparkplätzen hat der Naturparkverein seit 2002 neue Informationstafeln aufgestellt. Vieles hat sich im Laufe der Jahre im Naturpark auch für Radwanderer getan: Seit April 2004 sind die so genannten TERRA.trails eröffnet. Die insgesamt 17 zwischen 20 und 70 Kilometer langen, als geschlossene Rundkurse ausgelegten Strecken erstrecken sich über das gesamte Naturparkgebiet. Auf den Routen, die nicht nur über Asphalt und ebenes Gelände, sondern auch über Wald- und Feldwege verlaufen, können die Teilnehmer die Landschaft genießen und deren Geschichte auf die Spur kommen. Zu jedem "trail" gibt es ein Tourenheft mit einer herausnehmbaren Karte.
INFO: Seit Oktober 2001 ist der Naturpark TERRA.vita neben der Vulkaneifel und dem Naturpark Odenwald Bergstraße Mitglied im Europäischen Geopark Netzwerk, dem zur Zeit 17 Geoparks angehören. Diese Parks sind mit acht chinesischen Geoparks seit 2004 Gründungsmitglieder der von der UNESCO gegründeten WORLD GEOPARKS. Auf höchster Ebene wird somit die erdgeschichtliche Vielfalt und das besondere strategische Konzept des Naturparks TERRA.vita gewürdigt.
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