Naturschutzgebiete (NSG)


LINFOS-Kennung: SU-089
Gebietsname: NSG Broel, Waldbroelbach und suedlich angrenzende Waldbestaende des mittleren Broeltales

Digitalisierte Fläche: 761.8094 ha     offizielle Fläche: 764.3000 ha    Digitalisierungsmaßstab: Maßstab 1:5.000

Schutzziel:
Die Unterschutzstellung erfolgt gemaess Paragraph 20 Satz 1 Buchstabe a sowie Satz 2 LG
zur Erhaltung, Herstellung und Wiederherstellung

aa) einer durchgehenden, weitgehend naturnahen Gewaesserlandschaft als wichtige Achse
eines Biotopverbundes von landesweiter und europaeischer Bedeutung, welche umgeben
ist von einer historisch gewachsenen Kulturlandschaft in den Auen,
ab) von Lebensgemeinschaften und Lebensstaetten bestimmter, zum Teil stark gefaehrdeter
bzw.vom Aussterben bedrohter, wild lebender Pflanzen- und Tierarten,
ac) der Broel und Waldbroelbaches
- als naturnahe Mittelgebirgs- und Tieflandgewaesser einschliesslich der Muendungsbereiche
von mehreren zustroemenden Baechen mit einer guten Wasserqualitaet, einer naturnahen
Fliessgewaesserdynamik einschliesslich hierfuer charakteristischer Gewaesserstrukturen,
wie naturnahe Steil- und Flachufer, Uferabbrueche, Auskolkungen, offene Sand- und Kies-
ablagerungen, Ausbuchtungen, Alt- und Seitenarme, Rauschen, sowie mit strukturreichen
Gewaessersohlen und vielfaeltigen Stroemungsmustern mit einen entsprechenden arten-
reichen heimischen, sich selbst reproduzierenden Fischbestand einschliesslich anspruchsvoller
Fischarten, wie Lachs, Groppe, Bach- und Neunauge,
- als Ganz- oder Teillebensraum (z.B.Nahrungshabitat, Winterrastgebiet) fuer charakteristische
Tierarten dieser Fliessgewaesser, wie Flussregenpfeifer, Flussuferlaeufer, Eisvogel, Gebirgs-
stelze, Wasseramsel, Gaensesaeger, Uferschwalbe, Teichhuhn, Knaekente, Prachtlibelle,
und Gemeine Keiljungfer, sowie
- als Wuchsort von charakteristischen Fliessgewaesserroehrichten, Laichkraut- und Schwimmblatt-
gesellschaften sowie von Uferhochstaudenfluren und natuerlicher Pioniervegetation mit
typischen Pflanzenarten der Fliessgewaesser und Uferbereiche,
ad) von Ufergehoelzen, Weich-, Hart- und Bachauenwaeldern aufgrund natuerlicher
Ueberschwemmungsgebiete der Broel und des Waldbroelbaches und deren Fragmente, von
Feucht-, Sumpf- und Bruchwaeldern, von naturnahen Hangwaeldern und sonstigen standort-
heimischen Laubwaeldern - einschliesslich deren strukturreicher Waldmaentel - mit ihren
charakteristischen Pflanzen- und Tierarteninventar, wie Pirol, Blaukehlchen (ehemaliger Brutvogel)
Schwarzmilan, Graureiher, Nachtigall, Wasserfledermaus, Grosser Abendsegler, Kleiner Eis-
vogel, Grosser Eichenbock, Beutelmeise, Mittelspecht, Kleinspecht, Schwarzspecht, und
Grauspecht,
ae) von landschaftstypischen Gehoelzstrukturen in der Aue, wie Feldgehoelzen, Gebueschen
Hecken, Einzelbaeumen, und Baumgruppen sowie von Obstwiesen und Kopfbaeumen
einschliesslich deren charakteristischen Tierarten,
af) natuerlicher Felsbildungen einschliesslich derer charakterischer Felsvegetation und Fauna,

b) in Ausfuehrung des Paragraphen 48c LG in Verbindung mit der FFH-Richtlinie und der Richtlinie
79/409/EWG des Rates vom 2.April 1979 ueber die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten
(Vogelschutz-Richtlinie, Abl.EG Nr.L 103, S.1 in der jeweils gueltigen Fassung) gemaess
Paragraph 20 Satz 1 Buchstabe a) sowie gemaess Paragraph 20 Satz 2 LG wegen der
besonderen Bedeutung des Gebietes

ba) zur Erhaltung und Wiederherstellung folgender Lebensraeume gemaess Anhang I der
FFH-Richtlinie:

- Erlen-, Eschen- und Weichholz-Auenwaelder (91E0),
- Fliessgewaesser mit Unterwasservegetation (3260),
- Hainsimsen-Buchenwald (9130),
- Stieleichen-Hainbuchenwald (9160),

bb) zur Erhaltung und Foerderung folgender wild lebender Tierarten gemaess Anhang II der
FFH-Richtlinie und deren Lebensraeume:

- Bachneunauge (1096),
- Flussneunauge (1099),
- Lachs (1106),
- Groppe (1163),

c) gemaess Paragraph 20 Satz 1 Buchstabe b) LG aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen,
landeskundlichen und erdgeschichtlichen Gruenden, insbesondere

ca) zur wissenschaftlichen Begleitung des Wanderfischprogramms im Rhein und seinen Zufluessen,
cb) zur Erhaltung und Wiederherstellung von auentypischen Biotop- und Gelaendestrukturen der
ehemaligen Naturlandschaft,

d) gemaess Paragraph 20 Satz 1 Buchstabe c) LG wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und
hervorragenden Schoenheit,

da) der stark maeandrierenden Flusslaeufe der Broel und des Waldbroelbaches mit jeweils einer
vergleichsweise schmalen Aue, steilen Talhaengen mit naturnahen Hang- und Laubwaeldern,
db) der Vorkommen von charakteristischen Biotopausbildungen, wie Ufergehoelzen, Altarmen,
Kleingewaessern, Nasswiesen, Hochstaudenfluren und Brachen, die eine grosse Struktur-
vielfalt und einen besonders hohen Verzahnungsgrad mit anderen auentypischen Biotoptypen
aufweisen, sowie der Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten,
dc) einer im Sueden der Broel offeneren, historisch gewachsenen Kulturlandschaft in der Aue, die
durch einzelne Auwaldfragmente sowie durch Feldgehoelze, Baumreihen, Baumgruppen, Einzel-
und Kopfbaeume strukturiert ist, die ueberwiegend den Verlauf der Gewaesser in der Landschaft
nachzeichnen sowie staerkere Gelaendebewegungen markieren.

Links auf externe Dokumente

http://legaldocs.naturschutzinformationen.nrw.de/legaldocs/VO_DT_2005_SU-089.PDF

Verwaltungstechnische Angaben

Schutzstatus:
NSG, bestehend

Verfahrensstand:
VO rechtskraeftig

Gültigkeit:
Inkraft seit: 2005, Inkraft: 2005, außerkraft: 2025

Amtsblatt / LP:
Amtsblatt (2005-06-20)

Digitalisiermaßstab:
Maßstab 1:5.000

Allgemeine Bemerkungen:
(keine Angabe)


LAGE


Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis Gemeinde(n): Hennef, Much, Ruppichteroth, Neunkirchen-Seelscheid


öffentlicher Report generiert:20250117      domainobjectid: 3358469     Edate: 20150923