Naturschutzgebiete (NSG)


LINFOS-Kennung: SU-026
Gebietsname: NSG Siegaue in den Gemeinden Windeck, Eitorf und der Stadt Hennef

Digitalisierte Fläche: 531.5894 ha     offizielle Fläche: 812.8000 ha    Digitalisierungsmaßstab: Maßstab 1:5.000

Schutzziel:
Die Unterschutzstellung des Naturschutzgebietes erfolgt
a) gemaess Paragraph 20 Satz 1 Buchstabe a) sowie Satz 2 LG
zur Erhaltung und Wiederherstellung

aa) einer durchgehenden, weitgehend naturnahen Flusslandschaft als Hauptachse eines
Biotopverbundes von landesweiter und europaeischer Bedeutung, welche umgeben ist von
einer historisch gewachsenen Kulturlandschaft in der Aue,

ab) von Lebensgemeinschaften oder Lebensstaetten bestimmter, zum Teil stark gefaehrdeter
bzw. vom Aussterben bedrohter, wildlebender Pflanzen- und Tierarten,

ac) der Sieg
- als zusammenhaengendes, durchwanderbares Gewaessersystem fuer einen der Groesse und
Beschaffenheit der Gewaesser entsprechenden artenreichen heimischen, sich selbst
reproduzierenden Fischbestand einschliesslich anspruchsvoller Fischarten, wie Lachs,
Meerforelle, Nase, Barbe, Bitterling, Schneider und Elritze, sowie Neunaugen,
- als Ganz- oder Teillebensraum (z.B. Nahrungshabitat, Winterrastgebiet) fuer charakteristische
Tierarten dieser Fliessgewaesser, wie Flussregenpfeifer, Flussuferlaeufer, Eisvogel, Gebirgsstelze,
Wasseramsel, Gaensesaeger, Uferschwalben, Teichhuhn, Knaekente, Prachtlibellen und Gemeiner
Keiljungfer, sowie
- als Wuchsort von charakteristischen Fliessgewaesserroehrichten, Laichkraut- und Schwimmblatt-
gesellschaften sowie von Uferhochstaudenfluren und natuerlicher Pioniervegetation mit typischen
Pflanzenarten der Fliessgewaesser und Uferbereiche,

ad) von Alt- und Seitenarmen der Sieg sowie von Klein- und temporaeren Stillgewaessern in der Aue
mit naturnahen Uferstrukturen und deren charakteristischen Vegetationstypen, einschliesslich
charakteristischer Pflanzen- und Tierarten, wie Teichrohrsaenger, Zwergtaucher, Kleines Granatauge,
Teichfrosch, weitere gefährdete Amphibienart, Wasserralle, Hecht und Bitterling sowie als bedeutsame Winterlager
und Rueckzugshabitate fuer Fische,
ae) von Ufergehoelzen, Weich-, Hartholz- und Bachauenwaeldern und deren Fragmenten, von Feucht-,
Sumpf- und Bruchwaeldern, von naturnahen Hangwaeldern und sonstigen standortheimischen
Laubwaeldern - einschliesslich derer strukturreichen Waldmaentel - mit ihrem charakteristischen
Pflanzen- und Tierarteninventar, wie Pirol, Blaukehlchen (ehemaliger Brutvogel), Schwarzmilan,
Graureiher, Nachtigall, Wasserfledermaus, Grosser Abendsegler, Eisvogel, Grosser Eichenbock,
Beutelmeise und Kleinspecht,
af) von landschaftstypischen Gehoelzstrukturen in der Aue, wie Feldgehoelze, Gebuesche, Hecken,
Einzelbaeume und Baumgruppen einschliesslich deren charakteristischen Tierarten, wie Neuntoeter,
Dorngrasmuecke, Goldammer, sowie von Obstwiesen und Kopfbaeumen u.a. als Lebensraum fuer
Steinkauz und Gruenspecht,
ag) von artenreichen bzw. gut ausgepraegten Gruenlandgesellschaften der Frischwiesen und -weiden
(einschliesslich der trockenen und feuchten Auspraegungen), der Feucht- und Nasswiesen und -weiden
sowie der Flutrasen und Riedwiesen in zusammenhaengenden Gruenlandkomplexen einschliesslich
Brachen, u.a. als (Teil-) Lebensraum fuer gefaehrdete Pflanzenarten sowie fuer gefaehrdete Tierarten
( z.B. als Nahrungshabitat, Winterrastgebiet), wie Kiebitz, Wiesenpieper, Braunkehlchen, Schwarzkehlchen,
Schafstelze, Feldschwirl, Wachtelkoenig (ehemaliger Brutvogel), Feldhase, Schwarzblauer Blaeuling,
Grosse Goldschrecke, Sumpfschrecke sowie Kurz- und Langfluegelige Schwertschrecke,
ah) natuerlicher Felsbildungen einschliesslich derer charakteristischen Felsvegetation und Fauna,
ai) stoerungsarmer, naturnaher Lebensraeume in der Flussaue als Lebensraum fuer stoerungsempfindliche
Arten,
aj) natuerlicher Ueberschwemmungsgebiete der Sieg und ihrer Nebengewaesser mit auentypischen Gelaende-
und Lebensraumstrukturen (Flutrinnen und -mulden, Totholz, Sedimentablagerungen) und einer auenver-
traeglichen Nutzung.

b) In Ausfuehrung des Paragraph 48 c LG in Verbindung mit der FFH-RL und der Richtlinie 79/409/EWG des
Rates vom 2. April 1979 (zul. geaend. durch die RL 97/49/EG der Kommission vom 29. Juli 1997) ueber die
Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (VSch-RL) gemäss Paragraph 20 Satz 1 Buchstabe a) sowie
gemaess Paragraph 20 Satz 2 LG wegen der besonderen Bedeutung des Gebietes

ba) zur Erhaltung folgender Lebensraeume gemaess Anhang I der FFH-RL:

- Natuerliche eutrophe Seen und Altarme (3150),
- Fliessgewaesser mit Unterwasservegetation (3260);


bb) zur Wiederherstellung folgender Lebensraeume gemaess Anhang I der FFH-RL:

- Erlen-,Eschen- und Weichholz-Auenwaelder (91E0);

bc) zur Erhaltung folgender wildlebender Tier- und Pflanzenarten gemaess Anhang II der FFH-RL
und derer Lebensraeume:

- Meerneunauge (1095),
- Bachneunauge (1096),
- Flussneunauge (1099),
- Lachs (1106),
- Steinbeisser (1149),
- Groppe(1163);

bd) zur Wiederherstellung von Lebensraeumen und stabilen ueberlebensfaehigen Populationen der
folgenden wildlebenden Tierarten gemäss Anhang II der FFH-RL:

- Schwarzblauer Blaeuling (1061);


c) gemaessss Paragraph 20 Satz 1 Buchstabe b) LG aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen,
landeskundlichen oder erdgeschichtlichen Gruenden, insbesondere

ca) zur wissenschaftlichen Begleitung des Wanderfischprogramms im Rheinsystem sowie zur
Durchfuehrung des allgemeinen Monitorings fuer Fische,
cb) zur Erhaltung und staerkeren Hervorhebung von Gelaendestrukturen, welche die Gewaesser-
dynamik und insbesondere die Veraenderungen des Siegverlaufs im Gelaende nachzeichnen
(Siegaltarme, ehemalige Siegschleifen u.ae.),
cc) zur Erhaltung von auentypischen Biotop- und Gelaendestrukturen der ehemaligen Naturlandschaft,
cd) zur Erhaltung historischer Nutzungsformen in der Aue, z.B. der Kopfweidennutzung,
ce) zur Erhaltung historischer Formen der Wasserkraftnutzung (Muehlen einschliesslich der hierzu
gehoerigen Muehlengraeben) und zur Erhaltung historischer und charakteristischer Baukoerper in der
Flussaue;

d) gemaess Paragraph 20 Satz 1 Buchstabe c) LG wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und
hervorragenden Schoenheit

da) der Sieg als naturnahem Mittelgebirgs- (Landesgrenze bis Hennef) und Tieflandfluss (Hennef bis
zur Stadtgrenze von Siegburg und Sankt Augustin) einschliesslich der Muendungsbereiche von mehreren
zustroemenden Baechen mit einer guten Wasserqualitaet, einer naturnahen Fliessgewaesserdynamik
einschliesslich hierfuer charakteristischer Gewaesserstrukturen, wie naturnahe Steil- und Flachufer,
Uferabbrueche, Auskolkungen, offene Sand- und Kiesablagerungen, Ausbuchtungen, Alt- und Seitenarme,
Rauschen, sowie eine strukturreiche, feinsedimentarme Gewaessersohle und vielfaeltige Stroemungsmuster,
db) des stark maeandrierenden Flusslaufes der Sieg mit dem Wechsel von steilen Prallhaengen und flachen
Uferbereichen, der charakteristischen Ausbildungsformen der Sieg als Mittelgebirgsfluss mit einer
vergleichsweise schmalen Aue, steilen Flusstalhaengen mit naturnahen Hang- und Laubwaeldern und als
Tieflandfluss mit einer flachwelligen, weiten Aue sowie den zahlreichen Nebengewaessern der Sieg mit
ihren vielfaeltigen Muendungsbereichen,
dc) von charakteristischen Biotopausbildungen, wie Ufergehoelze, Altarme, Kleingewaesser, Nasswiesen,
Hochstaudenfluren und Brachen, die eine auffallend grosse Strukturvielfalt und einen besonders hohen
Verzahnungsgrad mit anderen auentypischen Biotoptypen aufweisen, sowie der grossen Vielfalt an Tier-
und Pflanzenarten,
dd) einer weitgehend offenen, historisch gewachsenen Kulturlandschaft in der Aue, die durch eine Gruenland-
nutzung gepraegt wird,
de) einer offenen Auenlandschaft mit einzelnen Auwaldfragmenten sowie mit Feld- und uferbegleitenden
Gehoelzen, hohen Baumreihen, Baumgruppen, Einzel- und Kopfbaeumen, die ueberwiegend den Verlauf der
Gewässer in der Landschaft nachzeichnen sowie staerkere Gelaendebewegungen markieren,
df) der im Randbereich kleiner Siedlungen sowie im Umfeld von Hofanlagen vorhandenen ausgedehnten
Obstwiesen und -weiden, die einen landschaftstypischen Uebergang zur Aue bilden.

Links auf externe Dokumente

http://legaldocs.naturschutzinformationen.nrw.de/legaldocs/VO_DT_2005_SU-026.PDF

Verwaltungstechnische Angaben

Schutzstatus:
NSG, bestehend

Verfahrensstand:
VO rechtskraeftig

Gültigkeit:
Inkraft seit: 1992, Inkraft: 2005, außerkraft: 2025

Amtsblatt / LP:
Amtsblatt (2005-05-20)
Amtsblatt alt (1992-06-15)
Amtsblatt alt (2003-05-13)

Digitalisiermaßstab:
Maßstab 1:5.000

Allgemeine Bemerkungen:
Dig. Abgrenzung vom Kreis uebernommen.


LAGE


Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis Gemeinde(n): Eitorf, Windeck, Hennef


öffentlicher Report generiert:20250117      domainobjectid: 2922961     Edate: 20140304