Naturschutzgebiete (NSG)


LINFOS-Kennung: SU-018
Gebietsname: NSG Siegaue

Digitalisierte Fläche: 408.0570 ha     offizielle Fläche: 408.1000 ha    Digitalisierungsmaßstab: Maßstab 1:5.000

Schutzziel:
Die Unterschutzstellung erfolgt gemaess Paragraph 20 Satz 1 Buchstabe a LG

- Zur Erhaltung folgender wildlebender Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse gemaess
Anhang II der Richtlinie 92/43/EWG:

- Schwarzblauer Blaeuling (1061),
- Meerneunauge (1095),
- Bachneunauge (1096),
- Flussneunauge (1099),
- Lachs (1106),
- Steinbeisser (1149),
- Groppe (1163),
- Bitterling (1134),

sowie zur Erhaltung und Wiederherstellung ihrer Lebensraeume gemaess Paragraph 20 Satz
1 Buchstabe a und Satz 2 LG

- Zur Erhaltung und Wiederherstellung folgender natuerlicher Lebensraeume von gemeinschaft-
lichem Interesse gemäß Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG:

- Natuerliche eutrophe Seen und Altarme (3150),
- Fliessgewaesser mit Unterwasservegetation (3260),
- Erlen-, Eschen- und Weichholz-Auenwaelder (prioritaerer Lebensraum 91E0),
- Feuchte Hochstaudenfluren (6430),
- Wiesenknopf-Silgen-Wiesen (6510),

- Zur Erhaltung und Wiederherstellung einer durchgehenden, weitgehend naturnahen
Flusslandschaft als Hauptachse des Biotopverbundes von landesweiter Bedeutung,
umgeben von einer historisch gewachsenen Kulturlandschaft in der Aue,
- Zur Erhaltung, Entwicklung und Föoederung von Lebensgemeinschaften oder Lebensstaetten
bestimmter, zum Teil stark gefaehrdeter bzw. vom Aussterben bedrohter, wildlebender Pflanzen-
und Tierarten,
- Zur Erhaltung und fuer die Entwicklung der Sieg als naturnahen Tieflandsfluss einschliesslich
der Muendungsbereiche der zustroemenden Baeche

- mit einer guten Wasserqualitaet, einer naturnahen Fliessgewaesserdynamik einschliesslich
hierfuer charakteristischer Gewaesserstrukturen wie naturnahen Steil- und Flachufern, Ufer-
abbruechen, Totholz im Gewaesser, Auskolkungen, offenen Sand- und Kiesablagerungen,
Ausbuchtungen und Seitenarmen, struktureichen Altgewaessern mit Flachwasserbereichen
mit organischen Auflagen, Rauschen sowie einer strukturreichen, feinsedimentarmen
Gewaessersohle und vielfaeltigen Stroemungsmustern und einer natuerlichen Geschiebefuehrung,
- als zusammenhaengendes, durchwanderbares Gewaessersystem fuer die Fließgewaesserfauna,
insbesondere fuer einen der Groesse und Beschaffenheit der Gewaesser angepassten heimischen,
sich selbst reproduzierenden Fischbestand einschliesslich - hinsichtlich der Lebensraumqualität -
anspruchsvollen Fischarten und Rundmaeuler wie Lachs, Meerforelle, Nase, Schneider und Elritze
sowie Neunaugen,
- als Ganz- oder Teillebensraum (z. B. Nahrungshabitat, Winterrastgebiet) fuer charakteristische
Tierarten dieser Fliessgewaesser und ihrer Auen wie Flussregenpfeifer, Flussuferlaeufer, Eisvogel,
Gebirgsstelze, Wasseramsel, Gaensesaeger, Uferschwalben, Teichhuhn, Knaekente, Prachtlibellen
und Gemeiner Keiljungfer;
- sowie als Wuchsort charakteristischer Fliessgewaesserroehrichte, Laichkrautund Schwimmblattge-
sellschaften sowie von Uferhochstaudenfluren und natuerlicher Pioniervegetation mit typischen
Pflanzenarten der Fliessgewaesser und ihrer Uferbereiche,

- Zur Erhaltung und Wiederherstellung von Altarmen und Nebengerinnen der Sieg sowie
von Klein- und temporaeren Stillgewaessern in der Aue mit naturnahen Uferstrukturen und
deren charakteristischen Vegetationstypen wie Schwimmblattvegetation und Roehrichte,
einschliesslich charakteristischer Pflanzen- und Tierarten wie z.B. Teichrohrsaenger, Zwerg-
taucher, Kleines Granatauge, Teichfrosch, Wasserralle, Hecht und Bitterling sowie als be-
deutsame Winterlager und Rueckzugshabitate fuer Fische,
- Zur Erhaltung und Wiederherstellung von Ufergehoelzen, Weich- und Hartholz- Auenwaeldern
und deren Fragmenten, von Feucht-, Sumpf- und Bruchwaeldern und sonstigen naturnahen
standortheimischen Laubwaeldern in ihrer standoertlich typischen Variationsbreite mit unter-
schiedlichen Entwicklungsstadien einschliesslich Vorwaeldern, Gebueschen und Staudenfluren
und einem ausreichenden Anteil an Alt- und Totholz sowie der Waldraender mit ihrem (ehe-
maligen) charakteristischen Pflanzen- und Tierarteninventar wie z.B. Pirol,Blaukehlchen
(ehemaliger Brutvogel), Schwarzmilan, Graureiher, Nachtigall, Wasserfledermaus, Grosser
Abendsegler, Kleiner Eisvogel, Grosser Eichenbock, Beutelmeise und Kleinspecht,
- Zur Erhaltung und Wiederherstellung landschaftstypischer Gehoelzstrukturen in der Aue wie
Feldgehoelze, Gebüsche, Hecken, Einzelbaeume und Baumgruppen einschliesslich deren
charakteristischer Tierarten wie Dorngrasmuecke und Goldammer sowie von Obstwiesen
und Kopfbaeumen u. a. als Lebensraum fuer Steinkauz und Gruenspecht,
- Zur Erhaltung und Wiederherstellung von artenreichen bzw. gut ausgepraegten Gruenlandge-
sellschaften der Frischwiesen und Frischweiden (einschliesslich der trockenen und feuchten
Auspraegungen), der Feuchtund Nasswiesen und -weiden sowie der Flutrasen und Ried-
wiesen in zusammenhaengenden Gruenlandkomplexen einschliesslich Lebensraum (z. B.
Nahrungshabitat, Winterrastgebiet) fuer gefaehrdete Pflanzen- und Tierarten wie z.B. Kiebitz,
Wiesenpieper, Braunkehlchen, Schwarzkehlchen, Feldschwirl, Schafstelze, Wachtelkoenig
(ehemaliger Brutvogel), Feldhase, Schwarzblauer Blaeuling, Grosse Goldschrecke, Sumpf-
schrecke sowie Kurz- und Langfluegelige Schwertschrecke,
- Zur Erhaltung und Wiederherstellung stoerungsarmer, naturnaher Lebensraeume in der Flussaue
fuer stoerungsempfindliche Arten wie Flussregenpfeifer und Flussuferlaeufer,
- Zur Erhaltung und Wiederherstellung natuerlicher Ueberschwemmungsgebiete der Sieg und
ihrer Nebengewaesser mit auentypischen Gelaende- und Lebensraumstrukturen (Flutrinnen und
Flutmulden, Totholz, Sedimentablagerungen) und einer auenvertraeglichen Nutzung,

gemaess Paragraph 20 Satz 1 Buchstabe b LG aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen und landes-
kundlichen Gruenden, insbesondere

- zur wissenschaftlichen Begleitung des Wanderfischprogramms im Rheinsystem,
- zur Erhaltung und staerkeren Hervorhebung von Gelaendestrukturen, welche die Gewaesser-
dynamik und insbesondere die Veraenderungen des Siegverlaufs im Gelaende nachzeichnen
(Siegaltarme, ehemalige Siegschleifen u. ä.),
- zur Erhaltung von auentypischen Biotop und Gelaendestrukturen der ehemaligen Naturlandschaft,
- zur Erhaltung historischer Formen der Wasserkraftnutzung (Muehlen einschliesslich der hierzu ge-
hoerigen Muehlengraeben),
- zur Erhaltung schutzwuerdiger Boeden mit extremen Wasser- und Naehrstoffangeboten sowie von
Boeden mit hoher natuerlicher Ertragsfaehigkeit,

gemaess Paragraph 20 Satz 1 Buchstabe c LG wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und
hervorragenden Schoenheit

- des stark maeandrierenden Flusslaufes der Sieg mit dem Wechsel von steilen Prallhaengen und
flachen Uferbereichen, der charakteristischen Ausbildungsformen der Sieg als Tieflandsfluss mit
einer flachwelligen, weiten Aue sowie den zahlreichen Nebengewaessern der Sieg mit ihren viel-
faeltigen Muendungsbereichen,
- der Vorkommen von charakteristischen Biotopausbildungen wie Ufergehoelze, Altarme, Klein-
gewaesser, Nasswiesen, Hochstaudenfluren und Brachen, die eine auffallend grosse Strukturvielfalt
und einen besonders hohen Verzahnungsgrad mit anderen auentypischen Biotoptypen aufweisen
sowie der grossen Vielfalt an Tier und Pflanzenarten sowie
- einer weitgehend offenen, historisch gewachsenen Kulturlandschaft in der Aue, die durch eine Gruen-
landnutzung gepraegt wird; diese offene Auenlandschaft weist einen parkartigen Charakter auf, da
sie mit einzelnen Auenwaldfragmenten sowie mit Feldgehoelzen, hohen Baumreihen, Baumgruppen,
Einzel- und Kopfbaeumen strukturiert ist; diese zeichnen ueberwiegend den Verlauf der Gewaesser in
der Landschaft nach oder markieren staerkere Gelaendebewegungen; im Randbereich der Aue oder
an den Siedlungsraendern bilden vereinzelt Obstwiesen und -weiden einen landschaftstypischen
Uebergang.

Links auf externe Dokumente

http://legaldocs.naturschutzinformationen.nrw.de/legaldocs/LP Siegburg-Troisdorf-St.Augustin_Text.pdf
http://legaldocs.naturschutzinformationen.nrw.de/legaldocs/LP Siegburg-Troisdorf-St.Augustin_Karte.pdf

Verwaltungstechnische Angaben

Schutzstatus:
NSG, bestehend

Verfahrensstand:
LP rechtskraeftig

Gültigkeit:
Inkraft seit: 1988, Inkraft: 2005, außerkraft: 9999

Amtsblatt / LP:
LP Troisdorf, St. Augustin, Siegburg, Lohmar alt (1988-06-07)
LP Troisdorf, St. Augustin, Siegburg, Lohmar alt (1990-10-19)
LP Troisdorf, St. Augustin, Siegburg, Lohmar (Neuabgrenzung) (2005-07-05)( Bem.: LP Siegburg, Troisdorf, Sankt Augustin (!. Änderung))

Digitalisiermaßstab:
Maßstab 1:5.000

Allgemeine Bemerkungen:
Dig. Abgrenzung vom Kreis uebernommen. (August 2014).


LAGE


Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis Gemeinde(n): Siegburg, Sankt Augustin, Troisdorf


öffentlicher Report generiert:20250117      domainobjectid: 3033443     Edate: 20140819