Naturschutzgebiete (NSG)


LINFOS-Kennung: SU-009
Gebietsname: NSG Siegaue

Digitalisierte Fläche: 536.0027 ha     offizielle Fläche: 535.0000 ha    Digitalisierungsmaßstab: Maßstab 1:5.000

Schutzziel:
Die Unterschutzstellung erfolgt gemaess 20 Satz 1 Buchstabe a) LG NW

- Zur Erhaltung folgender wildlebender Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse gemaess
Anhang II der Richtlinie 92/43/EWG:

- Meerneunauge (1095),
- Bachneunauge (1096),
- Flussneunauge (1099),
- Lachs (1106),
- Steinbeisser (1149),
- Groppe (1163),
- Bitterling (1134),

sowie zur Erhaltung und Wiederherstellung ihrer Lebensraeume;

- Zur Erhaltung folgender wildlebender Vogelarten von gemeinschaftlichem Interesse gemaess
Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG (Vogelschutzrichtlinie):

- Zwergsaeger,
- Eisvogel,
- Schwarzmilan,

sowie zur Erhaltung und Wiederherstellung ihrer Lebensraeume.

- Zur Erhaltung folgender regelmaessig vorkommender Zugvogelarten von gemeinschaftlichem
Interesse, die nicht im Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG (Vogelschutzrichtlinie) aufgefuehrt
sind:

- Krickente - Flussregenpfeifer
- Knaekente - Uferschwalbe
- Loeffelente - Teichrohrsaenger
- Zwergtaucher - Nachtigall
- Gaensesaeger - Pirol

sowie zur Erhaltung und Wiederherstellung ihrer Lebensraeume, gemaess Paragraph 20 Satz 1
Buchstabe a, Satz 2 LG

- Zur Erhaltung und Wiederherstellung folgender natuerlicher Lebensraeume von gemeinschaftlichem
Interesse gemaess Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung
der natuerlichen Lebensraeume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (Richtlinie 92/43/EWG):

- Natuerliche eutrophe Seen und Altarme (3150),
- Fliessgewaesser mit Unterwasservegetation (3260),
- Erlen-, Eschen- und Weichholz-Auenwaelder (prioritaerer Lebensraum 91E0),

- Zur Erhaltung und Wiederherstellung einer durchgehenden, weitgehend naturnahen Flussland-
schaft als Hauptachse des Biotopverbundes von landesweiter Bedeutung und als ueberregional
bedeutsames Rastgebiet fuer wandernde Vogelarten, umgeben von einer historisch gewachsenen
Kulturlandschaft in der Aue,
- Zur Erhaltung, Entwicklung und Förderung von Lebensgemeinschaften oder Lebensstaetten
bestimmter, zum Teil stark gefaehrdeter bzw. vom Aussterben bedrohter, wildlebender Pflanzen-
und Tierarten,
- Zur Erhaltung und fuer die Entwicklung der Sieg als naturnahen Tieflandfluss

- mit einer guten Wasserqualitaet, einer naturnahen Fliessgewaesserdynamik einschliesslich
hierfuer charakteristischer Gewaesserstrukturen wie naturnahen Steil- und Flachufern, Ufer-
abbruechen, Totholz im Gewaesser, Auskolkungen, offenen Sand- und Kiesablagerungen,
Ausbuchtungen und Seitenarmen, strukturreichen Altgewaessern mit Flachwasserbereichen
mit organischen Auflagen, Rauschen sowie einer strukturreichen, feinsedimentarmen
Gewaessersohle, vielfaeltigen Stroemungsmustern und einer natuerlichen Geschiebeführung,
- als zusammenhaengendes, durchwanderbares Gewaessersystem fuer die Fliessgewaesser-
fauna, insbesondere fuer einen der Groesse und Beschaffenheit der Gewaesser angepassten
heimischen, sich selbst reproduzierenden Fischbestand einschliesslich - hinsichtlich der Lebens-
raumqualitaet - anspruchsvollen Fischarten und Rundmaeuler wie Lachs, Meerforelle, Nase,
Schneider und Elritze sowie Neunaugen,
- als Ganz- oder Teillebensraum (z. B. Nahrungshabitat, Winterrastgebiet) fuer charakteristische
Tierarten dieser Fliessgewaesser und ihrer Auen wie Flussregenpfeifer, Flussuferlaeufer,
Eisvogel, Gebirgsstelze, Wasseramsel, Gaensesaeger, Zwergsaeger, Uferschwalben,
Teichhuhn, Knaekente, Eselswolfsmilch-Glasfluegler, Prachtlibellen und Gemeine Keiljungfer,
- als Wuchsort charakteristischer Fliessgewaesserroehrichte, Laichkraut- und Schwimmblatt-
gesellschaften sowie von Uferhochstaudenfluren und natuerlicher Pioniervegetation mit
typischen Pflanzenarten der Fliessgewaesser und ihrer Uferbereiche,

- Zur Erhaltung und Wiederherstellung von Altarmen und Nebengerinnen der Sieg sowie
von Klein- und temporaeren Stillgewaessern in der Aue mit naturnahen Uferstrukturen und
deren charakteristischen Vegetationstypen wie Schwimmblattvegetation und Roehrichte,
einschliesslich charakteristischer Pflanzen- und Tierarten wie z.B. Teichrohrsaenger,Zwerg-
taucher, Kleines Granatauge, Teichfrosch, Wasserralle, Hecht und Bitterling sowie als
bedeutsame Winterlager und Rueckzugshabitate fuer Fische,
- Zur Erhaltung und Wiederherstellung von Ufergehoelzen, Weich- und Hartholzauenwaeldern
und deren Fragmenten, von Feucht-, Sumpf- und Bruchwaeldern und sonstigen naturnahen
standortheimischen Laubwaeldern in ihrer standoertlich typischen Variationsbreite mit unter-
schiedlichen Entwicklungsstadien einschliesslich von Waldraendern, Vorwaeldern, Gebueschen
und Staudenfluren, mit einem ausreichenden Anteil an Alt- und Totholz (insbesondere von
Hoehlen- und Uraltbaeumen) sowie mit ihrem (ehemaligen) charakteristischen Pflanzen- und
Tierarteninventar wie z.B. Pirol, Blaukehlchen (ehemaliger Brutvogel), Schwarzmilan, Grau-
reiher, Nachtigall, Beutelmeise, Kleinspecht, Wasserfledermaus, Grosser Abendsegler,
Kleiner Eisvogel, Schwarzes Ordensband und Grosser Eichenboc,
- Zur Erhaltung und Wiederherstellung landschaftstypischer Gehoelzstrukturen in der Aue wie
Feldgehoelze, Gebuesche, Hecken, Einzelbaeume und Baumgruppen einschliesslich deren
charakteristischer Tierarten wie Dorngrasmuecke und Goldammer sowie von Obstwiesen
und Kopfbaeumen auch als Lebensraum fuer Steinkauz und Gruenspecht,
- Zur Erhaltung und Wiederherstellung von artenreichen oder gut ausgepraegten Gruenland-
gesellschaften der Frischwiesen und -weiden (einschliesslich der trockenen und feuchten
Auspraegungen), der Feucht- und Nasswiesen und -weiden sowie der Flutrasen und Ried-
wiesen in zusammenhaengenden Gruenlandkomplexen einschliesslich von Brachen auch als
(Teil-)Lebensraum (z.B. Nahrungshabitat, Winterrastgebiet) fuer gefaehrdete Pflanzen- und
Tierarten wie z.B. Kiebitz, Wiesenpieper, Braunkehlchen, Schwarzkehlchen, Feldschwirl,
Schafstelze, Wachtelkoenig (ehemaliger Brutvogel), Feldhase, Schwarzblauer Blaeuling,
Eulenfalter (Celaena leucostigma), Grosse Goldschrecke, Sumpfschrecke sowie Kurz- und
Langfluegelige Schwertschreck,;
- Zur Erhaltung und Wiederherstellung stoerungsarmer, naturnaher Lebensraeume in der
Flussaue fuer stoerungsempfindliche Arten wie Flussregenpfeifer und Flussuferlaeufer,
- Zur Erhaltung und Wiederherstellung natuerlicher Ueberschwemmungsgebiete der Sieg
und ihrer Nebengewaesser mit auentypischen Gelaende- und Lebensraumstrukturen
(Flutrinnen und -mulden, Totholz, Sedimentablagerungen) und einer auenvertraeglichen
Nutzung,

gemaess Paragraph 20 Satz 1 Buchstabe b LG aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen und
landeskundlichen Gruenden, insbesondere

- Zur wissenschaftlichen Begleitung des Wanderfischprogramms im Rheinsystem;
- Zur Erhaltung und staerkeren Hervorhebung von Gelaendestrukturen, welche die
Gewaesserdynamik und insbesondere die Veraenderungen des Siegverlaufs im
Gelaende nachzeichnen (Siegaltarme, ehemalige Siegschleifen u.ae.),
- Zur Erhaltung auentypischer Biotop- und Gelaendestrukturen der ehemaligen Natur-
landschaft;
- Zur Erhaltung historischer Nutzungsformen in der Aue, wie z. B. die Kopfweidennutzung,
- Zur Erhaltung historischer und charakteristischer Anlagen in der Flussaue wie der
Gierfaehre in Troisdorf-Berghei,
- Zur Erhaltung schutzwuerdiger Boeden mit extremen Wasser- und Naehrstoffangeboten
sowie von Boeden mit hoher natuerlicher Ertragsfaehigkeit,

gemaess Paragraph 20 Satz 1 Buchstabe c LG wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und
hervorragenden Schoenheit

- des stark maeandrierenden Flusslaufes der Sieg mit dem Wechsel von steilen Prallhaengen
und flachen Uferbereichen, der charakteristischen Ausbildungsformen der Sieg als Tief-
landsfluss mit einer flachwelligen, weiten Aue sowie den zahlreichen Nebengewaessern
der Sieg mit ihren vielfaeltigen Muendungsbereichen,
- der Vorkommen charakteristischer Biotopausbildungen wie Ufergehoelze, Altarme, Klein-
gewaesser, Nasswiesen, Hochstaudenfluren und Brachen, die eine auffallend grosse
Strukturvielfalt und einen besonders hohen Verzahnungsgrad mit anderen auentypischen
Biotoptypen aufweisen sowie der grossen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten sowie
- einer weitgehend offenen, historisch gewachsenen, parkartigen Kulturlandschaft in der
Aue, die durch eine Gruenlandnutzung gepraegt wird; diese offene Auenlandschaft weist
einen parkartigen Charakter auf, da sie mit einzelnen Auenwaldfragmenten sowie mit
Feldgehoelzen, hohen Baumreihen, Baumgruppen, Einzel- und Kopfbaeumen strukturiert
ist; diese zeichnen ueberwiegend den Verlauf der Gewaesser in der Landschaft nach oder
markieren staerkere Gelaendebewegungen; im Randbereich der Aue oder an den Sie-
dlungsraendern bilden vereinzelt Obstwiesen und -weiden einen landschaftstypischen
Uebergang.

Links auf externe Dokumente

http://legaldocs.naturschutzinformationen.nrw.de/legaldocs/LP Siegmuendung_SU_Karte A.pdf
http://legaldocs.naturschutzinformationen.nrw.de/legaldocs/LP Siegmuendung_SU_Text.pdf

Verwaltungstechnische Angaben

Schutzstatus:
NSG, bestehend

Verfahrensstand:
LP rechtskraeftig

Gültigkeit:
Inkraft seit: 1983, Inkraft: 2005, außerkraft: 9999

Amtsblatt / LP:
Amtsblatt esg alt (1983-01-19)
LP Siegmündung-SU (2005-07-05)( Bem.: Neuaufstellung)
LP Siegmündung-SU alt (1986-05-28)

Digitalisiermaßstab:
Maßstab 1:5.000

Allgemeine Bemerkungen:
Dig. Abgrenzung vom Kreis uebernommen. (August 2014).


LAGE


Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis Gemeinde(n): Niederkassel, Sankt Augustin, Troisdorf


öffentlicher Report generiert:20250117      domainobjectid: 3033435     Edate: 20140819