Naturschutzgebiete (NSG)


LINFOS-Kennung: MI-001
Gebietsname: NSG Oppenweher Moorlandschaft

Digitalisierte Fläche: 492.6074 ha     offizielle Fläche: 492.4800 ha    Digitalisierungsmaßstab: Maßstab 1:5.000

Schutzziel:
Schutzzweck und Schutzziel
Die Unterschutzstellung erfolgt
a) zur Erhaltung Entwicklung und Wiederherstellung landesweit bedeutsamer Lebensräume
und Lebensstätten seltener und gefährdeter sowie landschaftsraumtypischer Tier- und Pflanzen-
arten, insbesondere zur Erhaltung und weiteren Entwicklung eines großflächigen, überwiegend
wiedervernässten, naturnahen Hochmoorkomplexes sowie des unmittelbar angrenzenden nie-
dermoorgeprägten Grünlandgürtels mit Wiesen und Weiden unterschiedlicher Ausprägung und
Nässegrade.
Der gut ausgebildete Biotopkomplex des Hochrnoores mit ausgdehnten, ehemaligen Torfstichen
und dem Vorkommen von Übergangs- und Schwingrasenmooren sowie leuchten Heidegebieten
wird insbesondere zur Erhaltung und Entwicklung der typischen l-lochmoorvegetation und der Fun-
ktion als Lebensraum für gebietstypische Vogelarten und für Reptilien besonders geschützt.
Dem landschaftsraumtypischen, durch extensiv genutzte Wiesen und Weiden geprägten Feucht-
wiesengebiet mit Kleingewässern, Blänken, und Gräben kommt eine besondere Bedeutung als
Lebensraum zahlreicher Wiesen- und Watvögel, Sumpf- und Röhrichtbrüter, feuchtwiesentypischer
Pflanzenarten und -gesellschaften sowie einer Vielzahl seltener und gefährdeter Amphibien, Libellen
und Schmetterlinge zu. Der Bereich hat zudem eine besondere Bedeutung als Schutz- und Pufferz-
zone für das vom Wasserhaushalt, Gewässerchemismus und Nährstoffhaushalt geprägte Hochmoor.
Besonders zu schützen und zu fördern sind:
- ehemalige Torfstiche mit Moorregenerationsflächen,
- Pfeifengras-Feuchtheiden,
- Nass- und Feuchtgrünland
- Nass- und Feuchtweiden,
- Calluna-Heiden,
- Bodensaure Kleinseggenrieder
Aufgrund der Lage, Struktur und Größe des Gesamtkomplexes im nordwestdeutschen Moorkorridor
kommt der Sicherung und Optimierung dieses Gebietes in seiner Funktion als Rast-, Brut-, Nahrungs-
und Mauserplatz für Wat-, Wasser- und Wiesenvögel besondere Bedeutung zu. Die ausgedehnten
Moorregenerationsflächen sind wesentlicher Bestandteil des Biotopverbundes der nordwestdeut-
schen Hochmoore.

b) zur Bewahrung und Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der natürlichen Lebens
räume und der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse im Gebietsnetz
"Natura 2000" gemäß Artikel 4, Abs. 4 in Verbindung mit Artikel 2, Abs. 2 und Artikel 6, Abs. 2 der FFH-
Richtlinie;
hierbei handelt es sich um folgende natürliche Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse gemäß
Anhang 1 der FFH-Richtlinie (FFH-Lebensraumtypen):
- Feuchte Heidegebiete und Glockenheide (NATURA 2000-Code 4010)
- Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore (NATURA 2000-Code 7120)
- Ubergangs- und Schwingrasenmoore (NATURA 2000- Code 7140)
- Moorschlenken-Pioniergesellschaften (NATURA 2000- Code 7150)

c) aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen und erdgeschichtlichen Gründen;
insbesondere zur Erhaltung schutzwürdiger Moor-Podsole, Plaggenesch-Gleye und Hochmoor;

d) wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit dieses im Naturraum
der Diepholzer Moorniederung gelegenen, überwiegend offenen, hochmoortypischen und grünland-
geprägten Landschaftsteils;

e) zum besonderen Schutz und zur Entwicklung der Lebensräume für die folgenden Arten von gemein-
schaftlichem Interesse gemäß Anhang 1 der FFH-Richtlinie, für die im Vogelschutzgebiet DE-3417-471
"Oppenweher Moor" vorkommenden Vogelarten, auf die sich Art. 4 der Richtlinie 2009/147/EG des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden
Vogelarten (Abl. L 20 vom 26. Januar 2010, S. 7) bezieht bzw. für folgende regelmäßig vorkommende
Zugvögel:

- Feldlerche (Alauda arvensis),
- Sumpfohreule (Asio flammeus),
- Baumpieper (Anthus trivialis),
- Weißstorch (Ciconia ciconia),
- Rohrweihe (Circus aeruginosus),
- Kornweihe (Circus cyaneus),
- Wiesenweihe (Circus pygargus),
- Wachtelkönig (Crex crex),
- Schwarzspecht (Dryocopus martius),
- Baumfalke (Falco subbuteo),
- Kranich (Grus grus),
- Neuntöter (Lanius collurio),
- Zwergschnepfe (Lymnocryptes minimus),
- Rotmilan (Milvus milvus),
- Wiesenschafstelze (Motacilla flava),
- Kampfläufer (Philomachus pugnax),
- Bruchwasserläufer (Tringa glareola),
- Krickente (Anas crecca),
- Knäkente (Anas querquedula),
- Wiesenpieper (Anthus pratensis),
- Bekassine (Gallinago gallinago),
- Raubwürger (Lanius excubitor),
- Großer Brachvogel (Numensis arquata),
- Pirol (Oriolus oriolus),
- Braunkehlchen (Saxicola rubetra),
- Schwarzkehlchen (Saxicola torquata),
- Grünscherikel (Tringa nebularia),
- Waldwasserläufer (Tringa ochropus),
- Kiebitz (Vanellus vanellus).

Links auf externe Dokumente

https://legaldocs.naturschutzinformationen.nrw.de/legaldocs/vo_vd_2010_mi_001.pdf

Verwaltungstechnische Angaben

Schutzstatus:
NSG, bestehend

Verfahrensstand:
VO rechtskraeftig

Gültigkeit:
Inkraft seit: 1952, Inkraft: 2010, außerkraft: 2030

Amtsblatt / LP:
Amtsblatt alt (1989-05-22)
Amtsblatt (2010-06-14)
Amtsblatt alt (1957-08-29)
Amtsblatt alt (1974-10-21)
Amtsblatt alt (1952-11-26)

Digitalisiermaßstab:
Maßstab 1:5.000

Allgemeine Bemerkungen:
(Dig.Okt.2025). Die NSG-s MI-001-"Oppenweher Moor" und MI-050-"Am Oppenweher Moor" wurden durch eine Verordnung vom 14.06.2010 zu einer Fläche zusammen gefaßt. Das Naturschutzgebiet heißt jetzt MI-001-"Oppenweher Moorlandschaft" und ist größer geworden. ( Dig. Oktober 2010).


LAGE


Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Minden-Lübbecke Gemeinde(n): Stemwede


öffentlicher Report generiert:20251205      domainobjectid: 4173807     Edate: 20170623